Vertikale Drehmaschine für die Lohnfertigung
Der österreichische Werkzeugmaschinenhersteller EMCO erweitert sein Produktsortiment um vertikale Drehmaschinen. Die neue EMCO VERTICAL VT 250 mit integrierter Automation für Futterteile bis zu einem Durchmesser von 200 mm ist wie der Großteil des Produktspektrums nach dem Design-to-Cost-Prinzip entwickelt worden und ermöglicht so den Einstieg in das vertikale Drehen zu einem sehr attraktiven Preis. x-technik hat das Konzept näher betrachtet.

Die VT 250 ist mit einem integrierten Pick-up-System ausgerüstet und kann sich so selbständig be- und entladen.
Die VT 250 ist mit einem integrierten Pick-up-System ausgerüstet und kann sich...
In den letzten zwei Jahren hat EMCO eine Reihe von Neuerungen vorgestellt. Darunter fallen etwa die Hyperturn 45, die MAXXMILL 500 oder die EMCOMILL E350. Um das Produktprogramm nun um den Bereich Vertikaldrehen zu erweitern, hat der österreichische Hersteller von Dreh- und Fräsmaschinen die EMCO VERTICAL VT 250 entwickelt. „Da im Bereich Lohnfertigung von Schmiede-, Guss- oder Flanschteilen der Bedarf an vertikalen Drehmaschinen vorhanden ist, haben wir ein Maschinenkonzept entworfen, das optimal zu unserem bestehenden Produktprogramm passt und sich nahtlos unserem Design-to-Cost-Prinzip anschließt“, erklärt EMCO-Produktmanager Reinhard Fanninger.
Die VT 250 ist mit einem integrierten selbstladenden Pickup-System ausgestattet. Die kompakte Anlage kommt dabei mit einer sehr geringen Stellfläche (ca. 2.400 x 2.400 mm) aus. Zudem ist die VT 250 standardmäßig mit einem Schlepprahmen-System ausgerüstet. Der Anwender kann dieses System mit bis zu 24 Werkstücken beladen. Mittels des Schlepprahmens werden die entsprechenden Werkstücke zur Pick-up-Position gebracht. Mit der vertikal eingerichteten, sehr leistungsstarken Spindel lassen sich Dreh-, Bohr- und Gewindeoperationen einfach durchführen.
Speziell für die Lohnfertigung
Entwickelt wurde das neue Konzept in enger Zusammenarbeit mit EMCO Magdeburg, die sich seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigen. Diese Vorkenntnisse erklären auch die relativ kurze Produktentwicklungszeit von nur einem halben Jahr. „Aufgrund des hohen Prozesswissens unserer Kollegen in Magdeburg konnten wir gemeinsam 
EMCO Geschäftsführer Dr.-Ing. Stefan Hansch (links) und Produktmanager Reinhard Fanninger freuen sich über das gelungene Maschinenkonzept.
EMCO Geschäftsführer Dr.-Ing. Stefan Hansch (links) und Produktmanager Reinhard...
ein Maschinenkonzept erarbeiten, das für die Zielgruppe der Lohnfertiger eine sehr gute Ergänzung unseres Portfolios darstellt. Hohe Produktivität, hohe Wiederholgenauigkeit und eine gute Bedienbarkeit sind überzeugende Produkteigenschaften, die diese Maschine auszeichnen“, bringt es Reinhard Fanninger auf den Punkt.
Neben einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis war für EMCO auch eine einfache und effektive Lösung der Automatisierung und Beladung vorrangig. Die VT 250 ist daher mit einem integrierten Pick-up-System ausgerüstet und kann sich so selbständig be- und entladen. Das erspart dem Anwender zusätzliche Kosten und Programmieraufwand für ein externes Beladesystem, wie etwa einen Roboter oder ein Portal. Eine Abstimmung zwischen Automationseinrichtung und Maschine ist daher ebenfalls nicht notwendig.
Auch die Leistungsdaten der Spindel sind ausreichend dimensioniert. Bereits bei der Basisversion mit Riemenantrieb leistet die Spindel 25 kW bei einem Drehmoment von 280 Nm. Bei den beiden weiteren Versionen mit angetriebenen Werkzeugen wird der Riemenantrieb durch eine Motorspindel ersetzt. Mit einer Verfahrgeschwindigkeit von 60/15/30 (X/Y/Z) m/min ist die VT 250 eine dynamische Maschine mit direkt angetriebenen Kugelrollspindeln.
Bei hohen Anforderungen in punkto Genauigkeit, kann optional ein Direktmeßsystem angeboten werden. Dazu werden in den Achsen Glasmaßstäbe integriert. „Wir versuchen die Glasmaßstäbe immer so eng wie möglich an die Bearbeitung zu bringen um eventuelle Kippfehler auszuschließen“, erklärt der 
Die neue EMCO VERTICAL VT 250 überzeugt durch ausgereifte Technik und ein bemerkenswertes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die neue EMCO VERTICAL VT 250 überzeugt durch ausgereifte Technik und ein bemerkenswertes...
Produktmanager. Auch die Spindel selber ist thermosymmetrisch aufgebaut – die Aufnahmeflächen sind in gleicher Ebene wie die Spindelfächen. „Wenn es zu einer Erwärmung und dadurch zu einer Ausdehnung der Maschine kommt, hat das keinen Einfluss auf das Werkstück, da die Ausdehnung symmetrisch ist“, erklärt Reinhard Fanninger weiter.
Durchdachtes Maschinenkonzept
Um sich auch von den bereits am Markt befindlichen Maschinen zu unterscheiden, hat sich EMCO eine sehr flexible Automatisierungslösung überlegt. „Unsere Förderbandlösung bietet verschiedene Möglichkeiten, da sie nicht fix in die Maschine integriert ist. Wir können jederzeit andere Beladelösungen anschließen und so eine einfache Verkettung von Maschinen erreichen“, veranschaulicht der Produktmanager weitere Vorteile.
Auch die Zugängigkeit zum Arbeitsraum spielt für diese Maschine eine entscheidende Rolle. „Aus Erfahrung mit unseren Horizontal-Drehzentren wissen wir, dass sich der Maschinenbediener einen gut zugängigen Arbeitsraum wünscht. Daher haben wir den Werkzeugwender seitlich und nicht vor dem Bediener angebracht“, beschreibt Reinhard Fanninger. Ausgestattet mit großzügig dimensionierten Rollenführungen eignet sich die neue Maschine in erster Linie für die Bearbeitung kurzer, flanschförmiger Werkstücke mit Durchmessern bis zu 200 mm und einer Länge von max. 160 mm. Die größeren Führungsschienen (45 mm) und -schuhe gewährleisten auch bei hohen Belastungen während der Zerspanung die nötige Stabilität und Präzision. Die steife Maschinenstruktur schafft damit die Voraussetzung für erhebliche Zerpsanungsraten in der Serienproduktion und ist damit auch bestens geeignet für die Fein- und Hartbearbeitung.
Der Werkzeugrevolver bietet Platz für 12 Werkzeuge und ist mit dem VDI40 Werkzeugsystem ausgestattet. Da man mit dem Werkzeugwender in der Länge der Werkzeuge limitiert ist, bietet man über einen festen Werkzeugplatz die Möglichkeit längere Werkzeuge – wie etwa Bohrstangen – zu montieren. In der Basismaschine mit inbegriffen sind zudem eine Kühlmitteleinrichtung (14 Bar) sowie ein Späneförderer, der für einen optimalen Abfluss der Späne sorgt. Falls es die Anwendung nötig macht, bietet man als Option auch eine innere Kühlmittelzufuhr (IKZ) an. Aufgrund des geschlossenen Arbeitsraums bietet man ebenfalls als Option eine Ölnebelabsaugung an.
Wartungs- und Bedienerfreundlichkeit
Als Verkleidung wurde bewusst auf eine Teleskopverkleidung verzichtet. „Durch die Verwendung von Nirostablechen mit Abstreifern gewährleisten wir die Wartungsfreundlichkeit“, weist Reinhard Fanninger auf einen weiteren Vorteil hin. Generell hat man bei der Entwicklung der VT 250 auf einfache Zugängigkeit zu den Wartungskomponenten geachtet. So kann man die Verkleidung des Bedienpults wegklappen, um zum Werkzeugwender zu gelangen. Ebenso kann man den Schaltschrank um 90° aufklappen, um zu den Führungen und der Spindel zu gelangen und auch die Hydraulik kann man zur Seite herausziehen.
Mit der Sinumerik 828D ist die VT 250 mit der neuesten Steuerungsgeneration von Siemens ausgestattet, die mit ihrer einfachen Bedien- und Programmierbarkeit überzeugt. Die ShopTurn-Oberfläche erleichtert besonders kleinen und mittleren Zulieferfirmen die Programmierung. „Auch hier kommt wiederum unser Design-to-Cost-Prinzip zur Anwendung, denn die Sinumerik 828D ist für eine Einkanal-Maschine ausreichend dimensioniert. Zusätzlich bietet die neue Siemens-Steuerung zahlreiche Möglichkeiten der Datenübertragung wie SD-Karte, USB bzw. Ethernet“, ergänzt der Produktmanager.
Preislich sehr attraktiv
Zu erwähnen ist noch die hohe Fertigungstiefe in der Produktion der VT 250. Denn die gesamte mechanische Bearbeitung und der Zusammenbau finden bei EMCO in Magdeburg statt, die Blechteile und der Schaltschrank kommen aus Hallein. Lediglich der Sauter-Revolver wird zugekauft. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht zuletzt dadurch – wie bereits angesprochen – äußerst attraktiv. Die Basisversion bekommt man ab Juli 2010 serienmäßig bereits um EUR 99.900,–. Die weiteren Versionen mit angetriebenen Werkzeugen und Y-Achse sind lediglich um einen Aufpreis von 25 Prozent zu haben. Diese werden pünktlich zur AMB 2010 in Stuttgart präsentiert.

Die VT 250 ist mit einem integrierten Pick-up-System ausgerüstet und kann sich so selbständig be- und entladen.

EMCO Geschäftsführer Dr.-Ing. Stefan Hansch (links) und Produktmanager Reinhard Fanninger freuen sich über das gelungene Maschinenkonzept.

Die neue EMCO VERTICAL VT 250 überzeugt durch ausgereifte Technik und ein bemerkenswertes Preis-Leistungs-Verhältnis.
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