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40 Jahre ABW – Werte statt Krise

20.05.2010 : ABW Automatendreherei

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Die Konsolidierung im Anschluss an das schwierige Jahr 2009 stellt nicht nur für Fertigungsunternehmen eine große Hürde dar. Das Beispiel des oberösterreichischen Lohnfertigers ABW zeigt seit mittlerweile 40 Jahren, dass sich Kontinuität und Wertbeständigkeit, gerade in schweren Zeiten, auszahlen.

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Die ABW Automatendreherei Brüder Wieser GmbH erzeugt Drehteile von 2 - 65 mm Durchmesser aus allen zerspanbaren Materialien. Ca. 2 Mio. Drehteile im Monat werden derzeit auf über 50 Drehautomaten hergestellt.

Die ABW Automatendreherei Brüder Wieser GmbH erzeugt Drehteile von 2 - 65 mm...

Wenn man mit dem Geschäftsführer Josef Paarhammer über die ABW spricht, merkt man schnell seine Unternehmensphilosophie: „Wer bei uns als Lehrling anfängt, soll auch die Möglichkeit haben, hier in Pension zu gehen.“ Diese Philosophie betrachtet Paarhammer als einen der Schlüssel des wirtschaftlichen Erfolges der ABW Automatendreherei Brüder Wieser GmbH in Mondsee. Grund genug, jedem Mitarbeiter ab dem zehnten Jahr seiner Unternehmenszugehörigkeit eine eigene Firmenpension anzulegen.

Mitarbeiter die tragenden Säulen

Die Versuchung ist groß, mehr auf Umsätze und Auftragslage als auf die Qualität oder gar das Befinden der Mitarbeiter zu achten. „Die Leute wollen vor allem ernst genommen werden, dass man auf ihre Vorschläge hört und ihre Leistungen anerkennt. Und das nicht nur einmal im Jahr bei einer Dankesrede zur Weihnachtsfeier, sondern im täglichen Gespräch“. Ein weiterer Eckpfeiler besteht laut Paarhammer darin, jedem Mitarbeiter die Möglichkeit zu bieten, Verantwortung zu übernehmen. „Bei uns wird von der Arbeitsvorbereitung über den Einkauf bis hin zur Fertigung in der jeweiligen Maschinengruppe eigenständig gearbeitet. Somit können Aufträge schneller und kostengünstiger abgewickelt werden.“

Dass er seine Mitarbeiter als tragende Säulen des Unternehmenserfolges sieht, ist nicht nur so dahergesagt: „Ein sicherer Job ist eine Grundvoraussetzung, die bei uns sehr viel ernster genommen wird, als es heute üblich ist.“ Das zeigte sich im Krisenjahr 2009, als die Umsätze um 35 Prozent einbrachen, aber kein einziger Mitarbeiter gekündigt
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42 Mitarbeiter beträgt die Belegschaft von ABW – und es geht herzlich, freundschaftlich und vor allem respektvoll zu.

42 Mitarbeiter beträgt die Belegschaft von ABW – und es geht herzlich, freundschaftlich...

wurde. „Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten ein sehr gesundes und kontinuierliches Wachstum erlebt und können uns seit 1990 über 500 % Umsatzplus, bei einem lediglich um 50 % gestiegenen Mitarbeiterstand, freuen. Also warum sollten wir bei der erstbesten Krise gleich unsere Leute kündigen“, sagt Paarhammer und fügt hinzu: „Auch nach diesem schwierigen Jahr haben wir eine Eigenkapitalquote von 78 % und sind vollständig schuldenfrei.“

Asien als Herausforderung

Die Konkurrenz, speziell aus Asien, scheut Josef Paarhammer ganz und gar nicht: „Wir müssen uns natürlich genau so mit asiatischen Billiganbietern vergleichen lassen wie jeder andere Mitbewerber. Der Preis ist für viele das bestimmende Element und da wird man in Billiglohnländern schnell fündig.“ Allerdings nur in der ersten Betrachtung. „Viele Kunden sind nach einigen Jahren Erfahrung mit asiatischen Anbietern wieder zu uns zurückgekommen, wobei die Gründe bei weitem nicht nur in den oft zitierten Qualitätsunterschieden zu finden sind. Mindestens ebenso wichtig sind Termin- und Liefertreue, kompetente Ansprechpartner und ein Problemlösungsbewusstsein, das eben erst mit jahrzehntelanger Erfahrung erreichbar ist.“

Hohe Produktivität dank Erfahrung

Wer sogar im schwierigen Jahr 2009 jährlich 23 Mio. Drehteile fertigt, braucht einen hochmodernen Maschinenpark, bei dem der Fokus auf den aktuell schnellsten
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Ein Blick auf die 2006 erweiterten Fertigungshallen von ABW.

Ein Blick auf die 2006 erweiterten Fertigungshallen von ABW.

CNC-Drehzentren liegt – so sollte man jedenfalls meinen.

Bei ABW stimmt das nur bedingt: Ein Gang durch die 2006 erweiterte Fertigungshalle zeigt zwar viele moderne Maschinen namhafter Hersteller – viel interessanter ist aber eine Halle, in der rund zwei Dutzend kurvengesteuerte Drehautomaten arbeiten. Diese Maschinen wirken fast schon archaisch und sind bis zu 40 Jahre alt. Den fragenden Blick der Besucher beantwortet Josef Paarhammer mit einem simplen Vergleich: „Wo eine aktuelle, sehr teure CNC-Anlage pro Stunde max. 100 Stück fertigt, schafft ein alter Kurvenautomat bis zu 1.000. Natürlich erreicht man damit nicht die Flexibilität eines CNC-Drehzentrums, aber ein großer Teil unserer Aufträge kann damit perfekt produziert werden.“

Und genau hier macht sich die langfristige Investition in die Mitarbeiter bemerkbar. „Für diese alten Maschinen gibt es oft keine Ersatzteile mehr. Unsere langgedienten Spezialisten haben aber zum Teil noch ihre Lehre damit absolviert, beherrschen die Maschinen und kennen sie nach ein paar Jahrzehnten in- und auswendig. Deshalb haben wir die bestmögliche und schnellste Wartung direkt im Haus und können benötigte Ersatzteile einfach selber herstellen – bzw. werden die neuen Technologien genutzt, um diese „alten“ Maschinen zu automatisieren.“

Wachstum mit Bedacht

Ein Ausbau der Produktionskapazitäten ist zwar in Bau – man lässt sich aber Zeit damit. Fragt man den Geschäftsführer, warum ABW nicht schon vor
Jahren drastisch expandiert hat, hört man dazu: „Wachstum ist eine schöne Sache, es sollte aber möglichst gesund ablaufen. Deshalb wird der Neubau auch direkt aus dem Cash-Flow heraus finanziert. Für das aktuelle Jahr sieht es wieder gut aus. Die 42 Mitarbeiter können sich jedenfalls nicht über zu wenig Arbeit beklagen – und für die Geschäftspolitik von ABW bedeutet das die Bestätigung des eingeschlagenen Weges.“
  • flag of at ABW Automatendreherei
  • Brüder Wieser GmbH
  • Hierzenbergerstrasse 32-34
  • A-5310 Mondsee
  • Tel. +43 6232 3563 0
  • www.abw-drehteile.at/

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