Tragbares Plasmaschneidgerät für Metalle
Plasmaschneidgeräte werden u. a. auf Baustellen bei Reparatur- oder Montagearbeiten zum Schneiden von Metallen verwendet. PhysikerInnen der TU Wien entwickelten gemeinsam mit der Firma Fronius ein neues mobiles Plasmaschneidgerät. Im Vergleich zu herkömmlichen Geräten des thermischen Trennens arbeitet es erstmals mit Wasserdampf, ist leichter und kann von einer Person bequem transportiert werden. Es braucht nur einen 230 Volt-Anschluss.

Da Wasserdampf-Plasma andere Eigenschaften hat als Luft-Plasma werden auch glättere und blankere Schnittfugen erreicht.
Da Wasserdampf-Plasma andere Eigenschaften hat als Luft-Plasma werden auch glättere...
Bisherige mobile Plasmaschneidgeräte benötigten große Mengen Druckluft, die von einem Kompressor erzeugt wurde. Dadurch wog ein herkömmliches Plasmaschneidgerät etwa 50 bis 60 kg. Ein geringeres Gewicht konnte nur durch die Verwendung einer externen Druckluftversorgung erreicht werden, wodurch aber die Mobilität deutlich eingeschränkt wurde.
Ära des „grünen Schneidens“ eingeläutet
„Die neue Apparatur, die wir gemeinsam mit der Firma Fronius International entwickelt haben, ist das erste Plasmaschneidgerät für den mobilen Einsatz, das zur Versorgung nur einen 230 V-Anschluss benötigt. Es wiegt 14 kg und funktioniert im Unterschied zu den anderen Geräten mit Dampf. Dieser wird in einem integrierten Tank erzeugt, der im Wesentlichen aus Wasser besteht“, fasst Professor Johann Laimer vom Institut für Allgemeine Physik zusammen. Projektleiter und Vorstand des Institutes für Allgemeine Physik Professor Herbert Störi ergänzt: „Da das Plasmaschneidgerät mit Wasserdampf arbeitet, werden auch weniger giftige Abgase wie z. B. Stickoxide und weniger Staub produziert. Arbeiter können das Gerät auf der Baustelle auch auf einem Gerüst verwenden. Das einzige, was dazu benötigt wird, ist ein Stromanschluss und eine spezielle Kartusche zum Nachfüllen. Damit wird eine neue Ära des 'grünen Schneidens' eingeläutet.“
Beim Schneidvorgang selbst erwärmt sich das aus der Schnittfuge entfernte Metall weit über den Schmelzpunkt und fliegt in Tröpfchenform davon. Der Funkenflug ist allerdings gegenüber Druckluftgeräten deutlich reduziert. Da Wasserdampf-Plasma andere Eigenschaften hat als Luft-Plasma werden auch glättere und blankere Schnittfugen erreicht. Der Plasmabrenner benötigt nur wenige Gramm Flüssigkeit in der Minute. Eine regenerative Kühlung sorgt dafür, dass der Brenner sehr kompakt ist.
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