Treffen der Generationen
Um den hohen Qualitätsansprüchen bei Scheuch gerecht zu werden, sind laufend Optimierungen und weitere Ergänzungen der eigenen Fertigung unumgänglich. Mit flexiblen Konzepten der Fertigungslogistik, aber auch mit entsprechenden Investitionen in den Maschinenpark versucht der Hersteller von Anlagen zur Absaugung, Entstaubung und Abgasreinigung, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, die Produktivität zu steigern. So auch in der Blechfertigung, in der seit 1994 der Bereich des Laserschneidens schrittweise auf insgesamt vier Anlagen von Bystronic erweitert wurde. Bei diesem „Treffen der (Anlagen-)Generationen“ leistet auch die Dienstälteste, die kürzlich die 100.000er Marke bei den Betriebsstunden geknackt hat, noch immer einen beachtlichen Beitrag, die geforderte Fertigungsqualität zu erreichen.

Die seit 17 Jahren eingesetzte Laserschneidanlage Bylas verrichtet nach wie vor äußerst zuverlässig und stabil ihre Arbeit. (Bilder: x-technik)
Die seit 17 Jahren eingesetzte Laserschneidanlage Bylas verrichtet nach wie...
Autor: Ing. Norbert Novotny / x-technik
Wie kaum ein zweites Unternehmen verfügt die Scheuch GmbH über ein komplettes Programm von Geräten und Anlagen zur Luft- und Umwelttechnik. „Wir sind seit 1963 ein unabhängiges Familienunternehmen mit mittlerweile 630 Mitarbeitern und haben uns in mehreren Branchen zum weltweiten Markt- bzw. Technologieführer entwickelt“, erklärt Ing. Christian Kirchgatterer, Leiter Betriebsplanung bei Scheuch.
Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens ist die Produktion im Stammhaus Aurolzmünster (OÖ), wo sämtliche Schlüssel-Komponenten, die innerhalb einer kompletten Anlage für die Funktionssicherheit von erheblicher Bedeutung sind, gefertigt werden. Mit einem Eigenfertigungsgrad von 90 Prozent werden hier Filter, Filterköpfe, Ventilatoren, Schleusen, Zyklone oder Klappen auf einer Produktionsfläche von 17.700 m2 mit 330 Mitarbeitern und einem modernen Maschinenpark mit hohem Automatisierungsgrad hergestellt.
„Für die Erzeugung von unter anderem rund 2.000 Ventilatoren, 800 Schleusen oder 600 Schlauchfilter verbrauchen wir jährlich über 8.000 Tonnen Blech“, so Kirchgatterer. Um dies Mengen bewältigen zu können und dabei höchste Produktqualität zu wahren, haben laufende Optimierungen innerhalb der Fertigungskette bei Scheuch höchste Priorität. So wurde auch der Bereich des Laserschneidens sukzessive auf inzwischen vier Laserschneidanlagen erweitert, um zusätzliche 
100.000 Betriebsstunden und sie schneidet und schneidet…
100.000 Betriebsstunden und sie schneidet und schneidet…
Kapazitäten für die umgerechnet ca. 500.000 Laserteile pro Jahr zu schaffen, die Produktivität zu steigern und letztlich als Folge eine Beschleunigung des Produktionsdurchlaufes und somit eine weitere Steigerung der Termintreue zu erzielen.
Entscheidung für das Laserschneiden
„Mit dem Bau der neuen Produktionshallen in Aurolzmünster im Jahre 1994 sind wir in das Laserschneiden eingestiegen“, erinnert sich Kirchgatterer und fährt fort: „Dafür suchten wir einen vorzugsweise deutschsprachigen Partner, dessen Maschinen auch Sonderformate von 4 x 2 Metern bearbeiten konnte.“ In dem zur damaligen Zeit dafür ohnehin sehr übersichtlichen Markt, hat sich letztendlich Bystronic durchgesetzt. „Die kompakte Maschine Bylas 4020 wirkte damals technologisch schon sehr ausgereift. Zudem haben gerade in der Anfangsphase die technische Beratung von Bystronic und die gemeinsame Planung des Maschinenlayouts sowie vor allem die automatische Anbindung an das Blech-Hochregallager von Stopa hervorragend funktioniert“, begründet er die Entscheidung für den Schweizer Laserschneidspezialisten.
Ab diesem Zeitpunkt wurden 1997, 2001 und 2006 schrittweise in drei weitere Laserschneidanlagen von Bystronic investiert, die über die Jahre die vorher in der Blechfertigung eingesetzten Plasmaschneid- und Nibbelmaschinen ersetzten. Bei den Anlagen handelt es sich konkret um den bewährten Typ Bystar mit den Laserleistungen 3,5 kW (Anm: Baujahr 
Auf der Anlage mit 3,5 kW (Anm.: blau!) werden verstärkt Bleche zwischen sechs und acht Millimeter zugeschnitten. Gleich im Anschluss befindet sich die Bystar aus dem Jahre 2001 (rot).
Auf der Anlage mit 3,5 kW (Anm.: blau!) werden verstärkt Bleche zwischen sechs...
1997), 4 kW (2001) und 5,2 kW (2006). „Die Bystar ist der Allrounder unter den Bystronic Laserschneidanlagen. Sie überzeugt mit erstklassigen Arbeitsergebnissen und Fertigungsgeschwindigkeiten über das gesamte Blechdickenspektrum bis 25 mm“, erläutert Dietmar Leo, Gebietsverkaufsleiter bei der Bystronic Austria GmbH
30 Prozent schneller durch RPP
„Die Zugängigkeit ist bei diesem Maschinentyp seit jeher ausgezeichnet, daher ist das Handling auch bei Sonderformaten sehr einfach“, fährt er fort. Selbstverständlich hat es aber auch seit 1994 Entwicklungen in der Laserschneidtechnologie gegeben, die die Produktivität und Qualität der Anlagen erheblich verbessert haben. Als Beispiel nennt Leo das schnelle und prozesssichere Einstechverfahren RPP von Bystronic, mit dem die 2006er-Laserschneidanlage ausgerüstet ist. „RPP Anwender profitieren dadurch, dass im Vergleich zu anderen Verfahren durchschnittlich 30 Prozent schneller eingestochen wird“, weiß Dietmar Leo. Insbesondere Teile, bei denen die Einstechzeit einen hohen Anteil an der gesamten Bearbeitungszeit ausmacht, werden mit RPP sehr viel schneller gefertigt. Denn: Der gesamte Einstechprozess wird überwacht und geregelt. So wird sichergestellt, dass unabhängig von Qualität, Dicke und Temperatur des Blechs die Einstechschmelze nicht „überkocht“. „Das RPP ist ein irrer Entwicklungssprung, der sich gewaltig auf die Schnittgeschwindigkeit auswirkt“, bestätigt 
Die Bystar 4020 mit 4,0 kW (2001) Laserleistung ist auf den Zuschnitt von Niro-Blechen spezialisiert.
Die Bystar 4020 mit 4,0 kW (2001) Laserleistung ist auf den Zuschnitt von Niro-Blechen...
Kirchgatterer.
„Auch in der Resonatortechnik hat sich während dieser Zeit einiges getan. Allein der Umstieg vom röhrenangeregten zum verschleißfreien mittels Halbleiter angeregten Resonator brachte enorme Verbesserungen“, erwähnt noch Dietmar Leo.
Die 100.000 geknackt
„Um die Vorteile der neueren Maschinen auszunutzen, werden die Zuschnitte speziell auf die Möglichkeiten der einzelnen Maschinen aufgeteilt“, erläutert Christian Kirchgatterer. Auf der seit 17 Jahren eingesetzten Bylas mit einer Laserleistung von 2,8 kW werden überwiegend Grobformate mit einer Blechstärke von 8 bis 22 mm geschnitten. „Die Dienstälteste verrichtet nach wie vor zweischichtig – in Spitzenzeiten sogar 3- und 4-schichtig – äußerst zuverlässig und stabil ihre Arbeit, weshalb sie kürzlich auch die 100.000er Marke bei den Betriebsstunden geknackt hat“, zeigt sich Kirchgatterer zufrieden.
Auf der Anlage mit 3,5 kW werden verstärkt Bleche zwischen sechs und acht Millimeter zugeschnitten. Die nächste Bystar aus dem Jahre 2001 ist spezialisiert auf Niro-Bleche und auf der Jüngsten mit der stärksten Laserleistung von 5,2 kW werden schwerpunktmäßig Laserteile aus Dünnblech von zwei bis sechs Millimeter mit hohem Einstechzeitanteil gefertigt. Da bei Scheuch für Schichtvergleiche die Einschaltzeiten und die reinen Schneidzeiten der einzelnen Anlagen aufgezeichnet werden, konnte mit Hilfe dieser Auslastungskennlinien ein Nutzungsgrad von beachtlichen 75 Prozent bei allen Laserschneidanlagen errechnet werden.
Großformate einfach be- und entladen
Ausgestattet mit der Bystronic-Automationslösung Bytrans können die drei letztgenannten Anlagen vollautomatisch be- und entladen werden. „Für die Bestückung und Entsorgung der Maschinen verfügt Bystronic mit Bytrans über ein sehr kompaktes System, dass speziell im Großformatbereich seinesgleichen sucht. Es ist sehr massiv ausgeführt und hat selbst bei offiziell zulässigen 12 mm starken Blechen noch Reserven“, ist Kirchgatterer überzeugt, der aus der Praxis weiß, dass auch schon mal 15 mm-Bleche damit gehandlet werden.
Über eine direkte Datenvernetzung gelangen die Schachtelpläne der Bleche von der Konstruktion bis in die Fertigung zu den einzelnen Laserschneidanlagen. Je nach Zeitdruck wird in der Programmier-Abteilung noch darauf geachtet, ob blechoptimiert oder terminoptimiert (Anm.: mehr Restgitter wird akzeptiert) zugeschnitten bzw. geschachtelt wird.
Großes Engagement und Flexibilität
Über die Jahre hat sich zwischen Scheuch und Bystronic eine ausgezeichnete Partnerschaft entwickelt, in der man sich nach Aussagen beider gegenseitig aufeinander verlassen kann. „Gerade bei Sonderleistungen, wie beispielsweise Maschinenumstellungen, bei denen wir sehr unter Zeitdruck standen, bewies die Mannschaft von Bystronic immer großes Engagement und enorme Flexibilität“, ist Kirchgatterer voll des Lobes.
Da ist es wohl klar, dass man bei der nächsten Modernisierung des Maschinenparks wieder auf eine Anlage von Bystronic vertraut. „Anhand Einsparungsanalysen hat man festgestellt, dass die neuen Anlagen um mindestens 30 Prozent schneller schneiden. Daher wird in naher Zukunft unsere Dienstälteste in die verdiente Rente geschickt und durch eine weitere Bystar 4020 mit wahrscheinlich 5,2 kW ersetzt. Die ersten Pläne und Anlagenlayouts gibt es schon“, sieht Christian Kirchgatterer positiv der Zukunft entgegen.

Die seit 17 Jahren eingesetzte Laserschneidanlage Bylas verrichtet nach wie vor äußerst zuverlässig und stabil ihre Arbeit. (Bilder: x-technik)

100.000 Betriebsstunden und sie schneidet und schneidet…

Auf der Anlage mit 3,5 kW (Anm.: blau!) werden verstärkt Bleche zwischen sechs und acht Millimeter zugeschnitten. Gleich im Anschluss befindet sich die Bystar aus dem Jahre 2001 (rot).

Die Bystar 4020 mit 4,0 kW (2001) Laserleistung ist auf den Zuschnitt von Niro-Blechen spezialisiert.

Hinter den beiden mittleren Bystars mit 3,5 bzw. 4,0 kW befindet sich das Hochregallager, das alle vier Laserschneidanlagen mit Material versorgt.

Auf der Jüngsten mit der stärksten Laserleistung werden schwerpunktmäßig Laserteile aus Dünnblech von zwei bis sechs Millimeter mit hohem Einstechzeitanteil gefertigt.

Christian Allinger, Leiter Teilefertigung bei Scheuch (li) mit Ing. Christian Kirchgatterer und Dietmar Leo (re).