Fachverlag x-technik
Förderbandanlage inkl. Shuttle 1/2

Förderbandanlage inkl. Shuttle 1/2

Kluges Sägen als Grundstein

Kluges Sägen als Grundstein

Flexibel mit hohem Automatisierungsgrad

Flexibel mit hohem Automatisierungsgrad

Nach Höchstleistungen streben

Nach Höchstleistungen streben

Lösungen für außergewöhnliche Ideen

Lösungen für außergewöhnliche Ideen

 
zurückPrint

Lösungen für außergewöhnliche Ideen

Spezielle Anforderungen der Industrie in praxistaugliche Lösungen umzusetzen, war und ist die größte Motivation für die Willingshofer GmbH. Gemeinsam mit den Kunden entwickelt das steirische Unternehmen aus außergewöhnlichen Ideen innovative Maschinen und Anlagen und ist auch als Lohnfertiger erfolgreich tätig. Erst kürzlich erhielt man von Siemens in Weiz den Auftrag, in einer Prüfhalle für Transformatoren einen Edelstahlboden zu verlegen und zu verschweißen. Eine große Herausforderung, die Willingshofer jedoch mit Bravour meisterte.

willingshofer-119.gif
In dieser Prüfhalle werden Transformatoren mit bis zu 500 t auf Herz und Nieren getestet. Der robuste Edelstahlboden eignet sich ideal zum Handling der schweren Stromumwandler per Luftkissenfahrzeuge.

In dieser Prüfhalle werden Transformatoren mit bis zu 500 t auf Herz und Nieren...

Autor: Ing. Norbert Novotny / x-technik

Bereits in vierter Generation konzentriert sich der Familienbetrieb Willingshofer aus Gasen (Stmk) auf die Schwerpunkte Sondermaschinenbau, Lohnfertigung und Landtechnik. Auf einer Produktionsfläche von 4.000 m2 planen und produzieren 50 Mitarbeiter kundengerechte Lösungen für verschiedenste Anwendungen. Aufgrund der derzeit guten Auftragslage greift man zusätzlich noch auf 20 Leiharbeiter zurück. „Wir würden gerne Personal aufstocken. Da im Großraum Weiz aber eigentlich Vollbeschäftigung herrscht, ist es äußerst schwierig, qualifiziertes Fachpersonal aus der Region zu finden“, beschreibt DI Siegfried Willingshofer, Geschäftsführer der Willingshofer GmbH, die momentane Arbeitsmarktsituation.

Bedient werden Kunden hauptsächlich aus der Stahlwerks-, Elektro- und Automobilzulieferindustrie sowie dem allgemeinen Maschinenbau. Aufgrund der hohen Anforderungen von Industriekunden wird im Hause Willingshofer größter Wert auf Qualität gelegt. „Wir haben uns von einer kleinen Schlosserei zu einem anerkannten Sondermaschinenbauer weiterentwickelt, der Komplettlösungen inklusive geforderter Fertigungsdokumentationen, Schweißnahtprüfungen, Maß- und Lackierprotokolle oder Materialprüfungen liefert“, ist Willingshofer stolz auf die positive Entwicklung des Unternehmens.

Lieferzeiten selbst in der Hand

Oberste Priorität bei Willingshofer ist die Kundenanforderungen in Top-Qualität und das zu kürzestmöglichen Lieferzeiten
willingshofer-041.gif
Einer der wichtigsten Fertigungsverfahren im Betrieb ist die Schweißtechnik. Daher ist jeder Facharbeiter im Betrieb auch geprüfter Schweißer.

Einer der wichtigsten Fertigungsverfahren im Betrieb ist die Schweißtechnik....

zu erfüllen. Aufgrund der problematischen Lieferzeiten der eigenen Zulieferer hat man sich vor acht Jahren beim Sondermaschinenbauer dazu entschlossen, in drei Etappen insgesamt EUR 6 Mio. in den Bau einer zusätzlichen Produktionshalle und in die Erweiterung des Maschinenparks zu investieren. „Von der mechanischen Bearbeitung, der Blechbearbeitung, der Schweißtechnik bis zum Sandstrahlen und Lackieren haben wir die für uns wichtigsten Fertigungstechnologien nun selbst im Haus und können somit über unsere Lieferzeiten selbst bestimmen“, so der Geschäftsführer. Diese hohe Fertigungstiefe ist der Grund, warum das steirische Unternehmen bei ihren Anlagen eine Lieferzeit (Anm.: vom Engineering bis zur Inbetriebnahme) von maximal 16 Wochen garantieren können. „Eine derart rasche Projektabwicklung ist ein Alleinstellungsmerkmal unseres Betriebes“, ergänzt Willingshofer.

Sonderanlagen – keine Katalogware

Im Sondermaschinenbau gilt es innovative Lösungen für außergewöhnliche Ideen zu planen und zu realisieren. Dabei hat sich Willingshofer schwerpunktmäßig auf den Bau von Stahlwerkseinrichtungen, Vorrichtungen und Förderanlagen spezialisiert und sich dort in den letzten Jahren enormes Know-how angeeignet. „Kunden wie RHI, Siemens, Elin Motoren, Böhler, ABB, Magna, voestalpine, Andritz Hydro oder Andritz Energy & Environment wissen dabei unsere Erfahrung und Zuverlässigkeit sehr zu schätzen“, freut sich Siegfried Willingshofer über die hervorragende Resonanz. Das Leistungsspektrum des Betriebes umfasst beispielsweise spezielle Förderanlagen, Schiebebühnen, Montagebühnen, Becherwerke, Vakuumöfen,
willingshofer-070.gif
Jüngste Investition in der Blechbearbeitung ist eine Laserschneidmaschine von TRUMPF des Typs TruLaser 3040 mit einer Laserleistung von 5 kW und einem Arbeitsbereich von 4 x 2 Meter. Beschickt wird die Maschine über ein Paternosta-System.

Jüngste Investition in der Blechbearbeitung ist eine Laserschneidmaschine von...

Statordrehvorrichtungen, Spritzanlagen etc. „Wir liefern unseren Kunden all jene Anlagen, die es nicht als Katalogware gibt“, bringt es der Geschäftsführer auf den Punkt.

Mit gewissen Stolz berichtet er, dass das Unternehmen Willingshofer mit seinen schlüsselfertigen Lösungen auf jedem Kontinent vertreten ist und belegt es mit folgendem Beispiel: „Von den Spritzanlagen für Feuerfestmaterial, die wir beispielsweise für RHI bauen, sind mehr als 200 weltweit erfolgreich im Einsatz.“

Lohnfertigung mit modernsten Fertigungsmaschinen

In der Lohnfertigung entstehen qualitativ hochwertige Bauteile. Verarbeitet werden C-Stähle, Nirosta-Stähle, hitzebeständige Stähle und Sonderlegierungen wie Aluminium, Titan und Kunststoff. „Neben der Fertigung von Dreh-/Frästeilen, Schweißkonstruktionen oder dem Materialzuschnitt produzieren wir aber auch komplette Anlagen bzw. Vorrichtungen wie beispielsweise Walzenaufschweißanlagen, Spritztürme oder Profilmessanlagen auf Auftrag. Dabei erhalten wir das gesamte Engineering vom Kunden“, erläutert Siegfried Willingshofer.

Dabei garantieren modernste Fertigungsmaschinen höchste Qualität. Als jüngste Investition in der Blechbearbeitung ist eine Laserschneidmaschine von TRUMPF des Typs TruLaser 3040 mit einer Laserleistung von 5 kW und einem Arbeitsbereich von 4 x 2 Meter zu nennen. „Seit August letzten Jahres
willingshofer-020.gif
Seit 2005 ist bei Willingshofer auch eine CNC-Abkantpresse von Trumpf mit 320 t Presskrafte im Einsatz.

Seit 2005 ist bei Willingshofer auch eine CNC-Abkantpresse von Trumpf mit 320...

können wir nun nicht nur unseren Eigenbedarf an Laserzuschnitten ohne fremde Hilfe abdecken, sondern in einer zweiten Schicht sogar zusätzliche Aufträge annehmen“, ist der Geschäftsführer mit der neuen Maschine hochzufrieden. Schwarzblech wird bei Willingshofer bis 25 mm, Nirosta-Stahl bis 20 mm lasergeschnitten.

Für stärkere Materialien verfügt das Schneidzentrum des Metallbetriebs aus Gasen über eine Micro-Plasmaschneidanlage, die kürzlich von der Firma Forsthuber umgebaut wurde und mit der neuen Plasmaquelle von Kjellberg jetzt bis zu 80 mm Stahl (Anm.: Sorte 4301) schneidet. Zusätzlich wurde eine komplett neue Absaugung von Zinser installiert. „Der Umbau war eine Notwendigkeit, da wir bei einem Großteil unserer Aufträge Nirosta-Stahl bis mindestens 50 mm schneiden müssen. Mit dem Umbau durch die Firma Forsthuber sind wir vollauf zufrieden, da wir uns dadurch eine neue Maschine und somit erheblich Mehrkosten sparen konnten“, so Willingshofer. Als Zugabe ist auf der Anlage eine Brennschneideinrichtung installiert, die bis zu 200 mm Stahl schneidet. Eine CNC-Abkantpresse von Trumpf mit 320 t Presskraft, die seit 2005 bei den Steirern im Einsatz ist, rundet das Maschinenangebot in der Blechbearbeitung ab.

Know-how in der Schweißtechnik

Als einer der wichtigsten Fertigungsverfahren in seinem Betrieb sieht Siegfried Willingshofer die Schweißtechnik. Daher ist jeder Facharbeiter im Betrieb auch geprüfter Schweißer. „Der einzige Weg für uns, an qualifizierte Facharbeiter zu kommen, ist die eigene Ausbildung von
willingshofer-055.gif
Für stärkere Materialien wird eine Micro-Plasmaschneidanlage eingesetzt, die kürzlich umgebaut wurde und mit einer neuen Plasmaquelle jetzt bis zu 80 mm Stahl schneidet.

Für stärkere Materialien wird eine Micro-Plasmaschneidanlage eingesetzt, die...

Lehrlingen (Anm.: derzeit 10!) und die Weiterbildung unseres bestehendes Personals. Hier investieren wir jährlich einen Betrag von rund EUR 50.000“, so Siegfried Willingshofer. Dies erklärt, dass bei Willingshofer unter anderem auch das aufwendige Titan-Schweißen in Perfektion beherrscht wird.

Um die Ausführungskompetenz der Firma Willingshofer in der Edelstahlverarbeitung und der Schweißtechnologie wusste offensichtlich auch Dipl.-BW Reinhold Franz Raith, Leiter Hauptprozess Kern bei Siemens Transformers in Weiz, der für die Verlegung eines Edelstahlbodens in einer Prüfhalle für Transformatoren einen verlässlichen Partner suchte.

Edelstahlboden für Trafo-Prüffeld

In dieser Prüfhalle werden Transformatoren mit bis zu 500 t im Echtbetrieb auf Herz und Nieren getestet. Für das „Handling“ solch schwerer Stromumwandler werden Luftkissenfahrzeuge verwendet. Da man mit dem vorhandenen Epoxidharzboden aufgrund seiner Empfindlichkeit sehr unzufrieden war, suchte man nach einer robusteren Lösung. „Schließlich entschieden wir uns für einen geschweißten Edelstahlboden, da dieser bei auftretender Nässe auch nicht wegrostet“, erklärt Raith, damaliger Leiter des Projektes. „Als uns Herr Raith zum ersten Mal das Projekt vorstellte, sah ich die Komplexität des Auftrages als große Chance“, fährt Willingshofer fort.

Da es dazu kein vergleichbares, bekanntes Referenzprojekt gab, lag die Herausforderung darin, selbst herauszufinden, wie die Stahlplatten optimal zu verlegen
willingshofer-067.gif
und zu verschweißen sind, um im Endergebnis einen ebenen Boden mit einer geforderten Genauigkeit (Anm.: auch über die Schweißnähte) von Platte zu Platte von max. zwei Millimetern gewährleisten zu können. „Um diese Kriterien zu erfüllen, wurden vor dem eigentlichen Verlegen gemeinsam mit den Firmen Siemens und Zultner mit Schweißgeräten von Fronius wochenlang unzählige Schweißversuche durchgeführt, in denen die Schweißparameter optimiert wurden“, erinnert sich Willingshofer und fährt fort: „Wie verzieht sich das Material und wie kann man dem mit Vorspannungen entgegenwirken? Die Beantwortung dieser Fragen erfordert viel Know-how“. Da ein händisches Schweißen nicht möglich war, hat die Firma Willingshofer ein System mit Schiene und einem Fahrwagen selbst entwickelt und gebaut. „Als Schweißverfahren wurde CMT von Fronius eingesetzt, da es vergleichsweise wenig Wärme erzeugt“, beschreibt der Geschäftsführer.

In dem aufwendigen Testverfahren hat man auch festgestellt, wie wichtig die Schweißnahtanarbeitung, die von Willingshofer selbst vorgenommen wurde, für die Einhaltung der Qualitätskriterien ist. Im Anschluss daran wurden dann die Edelstahlplatten vor Ort mit speziellen Hebevorrichtungen versetzt verlegt und verschweißt. „Blasen im Boden waren natürlich unakzeptabel – das würde ein Fahren der Luftkissenfahrzeuge unmöglich machen. Auch das Verfahren Flammrichten, um Spannungen aus dem verschweißten Stahlboden zu entfernen, sollte unbedingt vermieden werden, da man damit die Optik des Bodens stark beeinträchtigt hätte“, zählt er als weitere Erschwernisse zu Erfüllung der Aufgabe auf.

Insgesamt wurden bei Siemens in Weiz auf 2.000 m2 Hallenfläche
in einigen tausend Fertigungsstunden 102 Edelstahlplatten verlegt und verschweißt. Wenn man bedenkt, dass eine Stahlplatte mit einem Format von 8 x 2,5 m und einer Materialstärke von 10 mm in etwa zwei Tonnen wiegt, ist das schon, wenn man alleine die Materialkosten betrachtet, eine beträchtliche Investition.

Landung mit Telemark

„Für uns war Voraussetzung, dass das Verlegen des Bodens während der laufenden Produktion stattfindet. Mit der Firma Willingshofer haben wir einen flexiblen Partner gefunden, der dies in höchster Qualität zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt hat und sich mit absoluter Termintreue auszeichnen konnte“, ist Raith voll des Lobes. Zu dieser großen Herausforderung, die Willingshofer mit Bravour meisterte, meint der Geschäftführer nur noch: „Nach anfänglichen Bauchweh wurde daraus schlussendlich eine Punktlandung mit Telemark“, ist Willingshofer auf die positive Auftragserfüllung stolz.

Um weiterhin diese Qualität abliefern zu können, ist es das Ziel von Siegfried Willingshofer, kontinuierlich die Fertigungsprozesse des Betriebes zu optimieren, denn: „Wir möchten unsere Kunden so zufrieden stellen, als ob wir selbst Kunde wären“.
In dieser Prüfhalle werden Transformatoren mit bis zu 500 t auf Herz und Nieren getestet. Der robuste Edelstahlboden eignet sich ideal zum Handling der schweren Stromumwandler per Luftkissenfahrzeuge.
Einer der wichtigsten Fertigungsverfahren im Betrieb ist die Schweißtechnik. Daher ist jeder Facharbeiter im Betrieb auch geprüfter Schweißer.
Jüngste Investition in der Blechbearbeitung ist eine Laserschneidmaschine von TRUMPF des Typs TruLaser 3040 mit einer Laserleistung von 5 kW und einem Arbeitsbereich von 4 x 2 Meter. Beschickt wird die Maschine über ein Paternosta-System.
Seit 2005 ist bei Willingshofer auch eine CNC-Abkantpresse von Trumpf mit 320 t Presskrafte im Einsatz.
Für stärkere Materialien wird eine Micro-Plasmaschneidanlage eingesetzt, die kürzlich umgebaut wurde und mit einer neuen Plasmaquelle jetzt bis zu 80 mm Stahl schneidet.
Top-Qualität auch beim Schweißen von Komponenten einer Profilmessanlage.
In den Fertigungshallen von Willingshofer können Schweißkonstruktionen bis 20 t bearbeitet werden.
Das Verlegen und Verschweißen der der Stahlplatten war eine großer Herausforderung, die von Willingshofer mit Bravour gemeistert wurde.
Auch das aufwendige Titan-Schweißen wird in Perfektion beherrscht.
Von den Spritzanlagen für Feuerfestmaterialsind sind weltweit mehr als 200 im Einsatz.
Vakuumglühanlage für Drahtspulen für Böhler Edelstahl.
Höhenvertellbare, teleskopierbare Montagebühne für Siemens Transformers.


QR code

Special EuroBlech 2010

eblogo2.jpg Im Mittelpunkt der weltweit größten Fachmesse für diesen Industriezweig stehen wegweisende Technologien für die Zukunft der Blechbearbeitung. Gezeigt werden unter anderem hochentwickelte Fertigungsprozesse sowie intelligente Lösungen für eine energieeffiziente Produktion.
mehr lesen >>

Häufig besuchte Firmenprofile

Newsletter abonnieren