Nach Höchstleistungen streben
Für die Herstellung von Gasmotoren wurden im Jahr 2010 bei GE in Jenbach auf zwei vollautomatischen Laserschneidanlagen von Bystronic über 2.200 t Blech geschnitten. Da diese beiden Anlagen mit jeweils 4.500 Maschinenstunden/Jahr völlig ausgereizt werden und man noch immer lasergeschnittene Blechteile zukaufen muss, investierte der österreichische Motorenbauer zum Ausbau der Schneidkapazität in eine dritte Laserschneidanlage. Mit der neuen BySprint Pro von Bystronic ist man nun in der Lage, die Fertigung von über 1.000 unterschiedlichen Laserschneidteilen mit höchstem Qualitätsanspruch noch flexibler und produktiver zu gestalten.
Autor: Ing. Norbert Novotny / x-technik
Seit mehr als 50 Jahren zählt die in Österreich ansässige Gasmotorensparte von GE in der Entwicklung und Produktion von Gasmotoren für effiziente Strom- und Wärmeerzeugung zu den weltweit führenden Herstellern. Das im Jahr 2003 von GE übernommene Unternehmen hat seinen Hauptsitz und die Produktionszentrale in Jenbach (T), wo auch mehr als 1.400 der weltweit 2.000 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Die in Jenbach erzeugten Motoren im Leistungsbereich von 0,25 bis 9,5 MW können sowohl mit Erdgas als auch mit verschiedensten Bio- und Sondergasen aus Landwirtschaft, Bergbau, Industrie oder Abfallwirtschaft betrieben werden. Die patentierten Verbrennungssysteme sowie ein ausgereiftes Motor- und Anlagenmanagement sichern nicht nur die Einhaltung bindender Emissionsvorschriften, sondern ermöglichen zugleich Spitzenwerte in Sachen Wirtschaftlichkeit, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Die bereits mehr als 10.000 weltweit gelieferten Motoren sprechen für sich selbst.
Gesamtkonzept überzeugt
Für diese Motoren werden Blechteile in höchster Qualität benötigt. Darum entschied man sich im Jahr 2000, in eine neue Laserschneidanlage von Bystronic zu investieren. „Unsere alte Maschine war längst nicht mehr zeitgemäß. Nach Gesprächen mit mehreren Herstellern hat uns damals das Konzept von Bystronic überzeugt und den Zuschlag bekommen“, erinnert sich Harald Schneider, Meister im Bereich Blech- und Rohrfertigung bei GE in Jenbach. „Unsere Variante einer vollautomatisierten 
Die im Jahr 2005 in Betrieb genommene zweite Bystar 3015 wird ebenfalls aus dem automatischen Lagersystem versorgt.
Die im Jahr 2005 in Betrieb genommene zweite Bystar 3015 wird ebenfalls aus...
Lösung versprach viele Vorteile und war zudem für eine zukünftige Erweiterung offen“, berichtet Dietmar Leo, Gebietsverkaufsleiter bei der Bystronic Austria GmbH. Die äußerst beengten Platzverhältnisse in der Halle sprachen für das Konzept der Bystar, da bei diesem Anlagentyp der Zugang über die Breitseite möglich ist, und dadurch die Anlage wesentlich besser untergebracht werden konnte.
Somit fiel die Wahl auf eine Bystar 3015 mit einem Arbeitsbereich von 3.000 x 1.500 mm und einer Laserleistung von 4 kW. „Diese Laserschneidanlage ist dank ihrer Flexibilität ein Allrounder und überzeugt mit erstklassigen Arbeitsergebnissen und Fertigungsgeschwindigkeiten über das gesamte Blechdickenspektrum und bringt auf Grund des Maschinenkonzepts ihre Stärken bei mittleren bis großen Blechdicken bis 25 mm am stärksten zur Entfaltung“, beschreibt Dietmar Leo die Vorzüge der Universallösung. Bei den Jenbachern werden Bleche von 0,5 bis 25 mm Stärke geschnitten. Mindestens zwei Drittel davon sind Stahlblech von 6 bis 25 mm, in geringerem Umfang wird auch Niro bis 15 mm und Aluminium bis 8 mm bearbeitet. Da passt die Bystar wie die „Faust auf´s Auge“.
Für die Zukunft gerüstet
Schon mit dem Hintergedanken eines Kapazitätsausbaus installierte man dazu ein vollautomatisches Blechlager mit 103 Lagerplätzen, das insgesamt über 300 t Kapazität fasst. „Mit einer Lagerkapazität von über 100 Palettenplätzen war man für die Zukunft gerüstet. Es wurden beste Voraussetzungen 
Alleine im letzten Jahr wurden bei GE in Jenbach auf den beiden automatisierten Laserschneidanlagen über 2.200 t Material geschnitten.
Alleine im letzten Jahr wurden bei GE in Jenbach auf den beiden automatisierten...
für kostenoptimiertes Produzieren geschaffen“, so Harald Schneider.
Im Jahr 2005 wurde aus dem Hintergedanken Realität und die Tiroler Motorenbauer erweiterten ihren Maschinenpark um eine weitere Laserschneidanlage. Dabei handelt es sich wiederum um eine Bystar 3015 mit einer Laserleistung von 4,4 kW, die spiegelverkehrt zur ersten Anlage aufgebaut wurde und ebenfalls aus dem automatischen Lagersystem versorgt wird.
Mittlerweile werden die beiden Anlagen mit jeweils 4.500 Maschinenstunden/Jahr völlig ausgereizt. Alleine im letzten Jahr wurden bei GE in Jenbach über 2.200 t Material lasergeschnitten. „Bei solchen Mengen bringt uns der hohe Automatisierungsgrad dieser Anlagen selbstverständlich enorme Kostenvorteile“, meint Josef Nail, Bereichsleiter Final Assembling bei GE in Jenbach.
Pfeilschnell und Prozesssicher
Da man jedoch beim Gasmotorenspezialisten noch immer Blechteile zukaufen musste, investierte man beim österreichischen Motorenbauer zum weiteren Ausbau der Schneidkapazität im Dezember 2010 in eine dritte Laserschneidanlage von Bystronic. Als zusätzlichen Grund für die Neuanschaffung nannte Josef Nail die extreme Teilevielfalt, die zu bewältigen ist und eine hohe Flexibilität der Anlagen fordert. „Mit der neuen BySprint Pro sind wir nun in der Lage, die Fertigung von über 1.000 unterschiedlichen Laserschneidteilen mit höchstem Qualitätsanspruch noch flexibler und produktiver zu gestalten“, zeigt sich Nail 
Speziell beim Schneiden von Dickblech hat GE in Jenbahch einen Standard erreicht, der in Österreich seinesgleichen sucht. Am Schneidplan ist die optimierte Materialnutzung gut erkennbar.
Speziell beim Schneiden von Dickblech hat GE in Jenbahch einen Standard erreicht,...
über die Neuinvestition zufrieden.
„Die BySprint Pro 3015 ist pfeilschnell und insbesondere bei der Bearbeitung dünner Bleche eine Klasse für sich. Mit 4,4 kW verfügt die Anlage zudem über ein üppiges Maß an Laserleistung und lässt sich über das gesamte Blechdickenspektrum bis 20 mm als flexibles Arbeitstier für unterschiedlichste Anwendungen einsetzen“, ist Dietmar Leo von der Neuen überzeugt. „Selbstverständlich wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsvorbereitung genau darauf geachtet, Teile auf der BySprint zu schneiden, die dafür auch prädestiniert sind. Das bringt uns nochmals einen enormen Produktivitätssprung“, ergänzt Harald Schneider.
Außerdem wird die BySprint Pro mit dem schnellen und prozesssicheren Einstechverfahren RPP ausgeliefert. „RPP Anwender profitieren dadurch, dass im Vergleich zu anderen Verfahren durchschnittlich 30 Prozent schneller eingestochen wird“, rechnet Dietmar Leo vor. Insbesondere Teile, bei denen die Einstechzeit einen hohen Anteil an der gesamten Bearbeitungszeit ausmacht, werden mit RPP sehr viel schneller gefertigt. Dabei gewährleistet diese neue Bystronic Lösung maximale Prozesssicherheit. Denn: Der gesamte Einstechprozess wird überwacht und geregelt. So wird sichergestellt, dass unabhängig von Qualität, Dicke und Temperatur des Blechs die Einstechschmelze nicht „überkocht“. Zudem werden Düse und Linse nur noch marginal verschmutzt. Ein weiteres Plus von RPP ist dessen einfache Handhabung, nicht zuletzt weil die Anzahl der Einstechparameter im Vergleich zu anderen Einstechverfahren zum Teil deutlich geringer ausfällt.
Wirtschaftliches Gesamtpaket
„Gemeinsam mit der Be- und Entladeeinheit ByTrans 3015 Extended bildet die BySprint Pro 3015 ein sehr wirtschaftliches Gesamtpaket“, erklärt der Gebietsverkaufsleiter von Bystronic. Die Extended-Version verfügt über zwei Rohblechkassetten (Anm.: die zweite kann wahlweise als weiteres Blechdepot oder für die Rücklagerung geschnittener Großteile verwendet werden) und eine Ablagemöglickkeit.
„Die neue Anlage ist bei uns auch für Expressaufträge bestens geeignet, ohne eine der beiden großen Anlagen vom Automatikbetrieb abzuhalten“, ist Harald Schneider begeistert. „Weiters ist es möglich, die BySprint in Kombination mit ByTrans in eine autonome Zelle zu verwandeln, in dem man z.B. zwei Rohblechpakete á 3 t in die Kassetten einlegt und damit Aufträge von mittlerer bis größerer Losgröße im Automatikbetrieb schneidet. Die von den Verantwortlichen bei GE geforderte Flexibilität wird dadurch also weiter verbessert“, hebt Dietmar Leo weitere Vorteile der Neuen hervor.
Höchste Qualität mit wenig Verschnitt
Als die drei entscheidenden Indikatoren im Laserschneiden nennt Josef Nail eine hohe Maschinenauslastung, eine ausgezeichnete Teilequalität sowie einen geringen Materialverschnitt. „Um dies positiv zu gestalten, sind neben hervorragender Maschinentechnologie 
Gemeinsam mit der Be- und Entladeeinheit ByTrans 3015 Extended bildet die BySprint Pro 3015 ein extrem wirtschaftliches Gesamtpaket.
Gemeinsam mit der Be- und Entladeeinheit ByTrans 3015 Extended bildet die BySprint...
auch sehr erfahrene und interessierte Mitarbeiter notwendig“, meint der Bereichsleiter. „Eine wesentliche Rolle spielt dabei aber auch die Kommunikation zwischen der Arbeitsvorbereitung, in der die Schneidpläne mit möglichst optimierter Materialnutzung generiert werden, und dem Bediener an der Anlage. Eine solche Kommunikation wirkt sich positiv auf die geforderte Prozesssicherheit und die Qualität der geschnittenen Teile zu gewährleisten aus“, wirft Andreas Lederer, Arbeitsvorbereitung und Programmierung bei GE Jenbacher, ein.
Josef Nail ist sich sicher: „Wir haben wirklich Spitzenkräfte an den Anlagen, sicherlich mit die Besten in Österreich, die kontinuierlich am Tüfteln sind, um immer noch ein wenig mehr aus den Maschinen herauszuholen.“ Harald Schneider ergänzt: „Mittlerweile haben wir speziell im Dickblech einen Standard erreicht, wo man sagen kann: Besser geht es nicht mehr.“
Vorbildlich sind die Mitarbeiter auch bei der Pflege und Wartung der Laserschneidanlagen. Jeder Samstag vormittag wird genutzt, um die Anlagen zu reinigen. „Dies und ein interner Wartungsplan schlägt sich sehr positiv auf die Instandhaltungskosten nieder“, erklärt der Meister. „Sollte es doch einmal brennen und wir kommen selbst nicht mehr weiter, gibt es einen Hotliner bei Bystronic, der uns sehr kompetent unterstützt. Bei komplizierteren technischen Problemstellungen steht uns auch ein hervorragend ausgebildeter Anwendungstechniker von Bystronic zur Verfügung. Ein derart gutes Service ist äußerst wertvoll“, ist Harald Schneider voll des Lobes.
Noch besser als erwartet
Wenn Harald Schneider an der neuen Anlage vorbeigeht und sich dann Bearbeitungen auf der BySprint Pro im Detail ansieht, muss er immer wieder aufs Neue staunen, wenn er beobachtet, mit welcher Dynamik und Geschwindigkeit Schneidaufträge abgearbeitet werden. „Die neue Laserschneidanlage von Bystronic ist noch besser als wir erwartet haben. Doch ein Problem gibt es: Der Stapler ist zu langsam, der das Blech zur Anlage bringt“, meint der Meister zum Abschluss noch scherzhaft.

Die im Jahr 2005 in Betrieb genommene zweite Bystar 3015 wird ebenfalls aus dem automatischen Lagersystem versorgt.

Alleine im letzten Jahr wurden bei GE in Jenbach auf den beiden automatisierten Laserschneidanlagen über 2.200 t Material geschnitten.

Speziell beim Schneiden von Dickblech hat GE in Jenbahch einen Standard erreicht, der in Österreich seinesgleichen sucht. Am Schneidplan ist die optimierte Materialnutzung gut erkennbar.

Gemeinsam mit der Be- und Entladeeinheit ByTrans 3015 Extended bildet die BySprint Pro 3015 ein extrem wirtschaftliches Gesamtpaket.

Um die höchstmögliche Qualität zu erreichen, sind bestens ausgebildeten Facharbeiter an den Anlagen kontinuierlich am Tüfteln, um immer noch mehr aus den Maschinen herauszuholen.

Die BySprint Pro 3015 ist pfeilschnell und insbesondere bei der Bearbeitung dünner Bleche eine Klasse für sich.

Das Ergebnis von der BySprint Pro kann sich sehen lassen: Absolut gratfreie Teile. (Alle Bilder: x-technik)
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